Die Nierensteine – Ursache, Therapie und Prävention

Die Harnsteine entstehen durch Störungen des physikalisch-chemischen Gleichgewichts und/oder des hydrodynamischen Systems des Harns und seiner ableitenden Organe. Diese sind feste Gebilde, welche vorwiegend aus kristallinen, d.h. aus amorphen organischen und/oder anorganischen Bestandteilen bestehen. In der Rangfolge urologischer Erkrankungen nimmt das Bilden von Harnsteinen in vielen Ländern Arabiens einen der vorderen Plätze ein.

In einer Reihe aktueller Studien wurde der Nachweis erbracht, dass Übergewicht, Stress und ein Mangel an körperlicher Aktivität in erheblichem Umfang das Risiko für eine Harnsteinbildung erhöhen. Das scheint zumindest teilweise auch für die kardiovaskulären Risikofaktoren wie Bluthochdruck und erhöhte Fette im Blut zu gelten.

Die Harnsteinpatienten sollten also unbedingt über diese Risiken aufgeklärt werden. Ferner sind aus heutiger Sicht eine Gewichtsnormalisierung (Body-Mass-Index-BMI: 18-25kg/m2) und Blutdruckeinstellung empfehlenswert.

Auffällige subjektive Symptome der Harnsteinbildung sind:

  • heftige Schmerzen in der befallenen Niere
  • typische Kolik der befallenen Niere oder des Harnleiters
  • Brechreiz
  • Erbrechen
  • Schweißausbrüche
  • und im Kindesalter dominiert als Leitsymptom der Harnwegsinfektion ein nicht charakteristischer Bauchschmerz

 

Das Diagnostikprogramm sollte stets mit der Urin- und Ultraschalluntersuchung sowie einer anschließenden Röntgenaufnahme der Nieren und der Harnableitungswege beginnen.

Die medikamentöse Behandlung mit relevanten Wirkstoffen ist heutzutage nach Verordnung eines Facharztes möglich. Insbesondere bei Steinen mit einem Durchmesser von unter 5mm.

Bei größeren Harnsteinen ist die so genannte interventionelle Steintherapie zur aktiven Entfernung vom Konkrement aus dem Harntrakt oder seine Zertrümmerung durch extrakorporale Schockwellen (ESWL) zu spontan abgangsfähigen Teilchen möglich.

Die Harnsteinprophylaxe zur Verhinderung von Rezidivharnstein mit nicht medikamentösen Maßnahmen besteht darin, die biochemischen Risikofaktoren im Urin zu normalisieren oder auszuschalten. Sie sind für Harnsteinleiden sinnvoll und grundsätzlich zu empfehlen.

 

Die 3 Säulen dieser Prävention sind:

-Trinkprophylaxe zur Verdünnung des Urins (Harndilution) und damit Löslichkeitsverbesserung steinbildender Substanzen und Verbesserung der Urodynamik. Als effektiv hat sich eine Tagestrinkmenge von 3-4L (bei Kindern von1.5-2L pro m2 Körperoberfläche) erwiesen.

-Ausgewogene Ernährung: Durch bewusste Ernährung-damit sind nicht Restriktionsdiäten gemeint-kann man die Urinzusammensetzung günstig verändern, so dass die Konzentration der steinbildenden Substanzen im Urin sinkt und die hemmenden Inhibitoren- Kapazität im Urin zunimmt. Insbesondere die Beschränkung der Kochsalzaufnahme (3-5g/Tag) und des tierischen Eiweißes (0,8-1.0g/Kg KG/Tag) haben sich als vorteilhaft und präventiv bezüglich der erneuten Entstehung von Harnsteinen erwiesen. Weiterhin gilt heute eine normale Kalziumzufuhr (Tagesbedarf 800-1000mg) als richtig, d.h. die früher praktizierte

Kalziumrestriktion ist zerstörerisch. Dagegen sollte auf Nahrungsbestandteile, die viel Oxalate oder Purin enthalten, verzichtet werden.

-Normalisierung allgemeiner Risikofaktoren (Übergewicht, körperliche Inaktivität)

 

Von Professor Dr. Semir Al-Samarrai

Dubai Healthcare City

 

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